Beschreibung
Aby Warburg erforschte das 'Weiterleben der Antike' auf dem Boden der europäischen Kultur. In der offenen Struktur seiner Bildersysteme dechiffrierte er, wie Bilder und Gesten über Kulturen und Zeiten hinweg transportiert wurden: auf frühen mobilen Bildmedien wie Teppichen und Druckgrafiken, von ihm 'Bilderfahrzeuge' genannt. Als erster Medienwissenschaftler erweiterte er die Kunstgeschichte der Meisterwerke um den Bereich der Mode, Werbung und Alltagskultur. Durch seine Methode, künstlerische Entwicklungen in Bildpanoramen sichtbar zu machen, gilt Warburg als einer der Väter der modernen Bildwissenschaft. 2020 gelang Roberto Ohrt und Axel Heil in Zusammenarbeit mit dem Warburg Institute London und dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin, eine erste vollständige 'Rekonstruktion' des lange verloren geglaubten Bilderatlas Mnemosyne und dessen Publikation im Folioformat. Im nun vorliegenden ersten von zwei Kommentarbänden legt Roberto Ohrt eine detaillierte Spurensuche auf den 'Wanderstraßen der Kultur' bis zur Hochrenaissance vor. In Ergänzung zum Folio ermöglichen die präzisen Recherchen zu den ersten 32 - der insgesamt 63 - Tafeln des Bilderatlas, eine Annäherung an Warburgs Gedankenkosmos.